Payment-Lexikon
Fachbegriffe aus Zahlungsverkehr und Payment verständlich erklärt, mit Rechenbeispiel und Quelle.
3
3-D Secure ist ein Sicherheitsprotokoll für Kartenzahlungen im Internet, das die starke Kundenauthentifizierung technisch umsetzt.
A
Der Acquirer ist die Bank oder der Dienstleister, der für den Händler Kartenzahlungen entgegennimmt und abrechnet.
Die Autorisierung ist die Echtzeit-Prüfung und Freigabe einer Zahlung durch den Issuer, bevor sie ausgeführt wird.
AML umfasst alle Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Zahlungsverkehr.
API-Banking bezeichnet den programmierbaren Zugriff auf Bankdienstleistungen über standardisierte Schnittstellen.
Das Auslandseinsatzentgelt ist eine zusätzliche Gebühr des Issuers für Kartenzahlungen außerhalb des Heimatwährungsraums.
Abo-Billing umfasst die automatisierte, wiederkehrende Abrechnung von Abonnements und Dauerschuldverhältnissen.
B
Der BIC ist der internationale Bankidentifikationscode, der ein Kreditinstitut weltweit eindeutig kennzeichnet.
Betrugsprävention umfasst technische und organisatorische Maßnahmen, mit denen Zahlungsbetrug vor oder während einer Transaktion erkannt wird.
Eine Blacklist ist eine Sperrliste bekannter betrügerischer oder risikobehafteter Karten, Konten, Geräte oder Kunden im Zahlungsverkehr.
Die Bonitätsprüfung schätzt vor Gewährung eines Zahlungsziels die Wahrscheinlichkeit ein, dass ein Kunde seine Zahlung tatsächlich leisten kann.
Die BaFin-Erlaubnis ist die aufsichtsrechtliche Zulassung, ohne die Zahlungsdienste oder E-Geld-Geschäfte in Deutschland nicht angeboten werden dürfen.
Der Buchungstag ist der Tag, an dem eine Transaktion technisch auf dem Kontoauszug erfasst und sichtbar wird.
C
Clearing ist der Austausch und die Verrechnung von Zahlungsaufträgen zwischen Banken vor der endgültigen Gutschrift.
Ein Chargeback ist die nachträgliche Rückbuchung einer Kartenzahlung, die der Karteninhaber über seine Bank anstößt.
D
Disagio bezeichnet im Zahlungsverkehr den prozentualen Abschlag, den ein Zahlungsdienstleister von einem Zahlungsbetrag einbehält.
Ein Dauerauftrag ist eine wiederkehrende Überweisung mit festem Betrag, die die Bank automatisch in festgelegtem Rhythmus ausführt.
Delkredere ist die Übernahme des Ausfallrisikos einer Forderung durch einen Dritten, etwa einen Factor oder Kommissionär.
DCC bietet Karteninhabern im Ausland an, direkt in ihrer Heimatwährung statt in Landeswährung zu bezahlen, meist zu schlechteren Kursen.
Dunning bezeichnet automatisierte Prozesse zur Nachverfolgung fehlgeschlagener wiederkehrender Zahlungen in Abo-Modellen.
E
Ein E-Geld-Institut ist ein von der BaFin lizenziertes Unternehmen, das elektronisches Geld ausgeben und Zahlungskonten führen darf.
F
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen offene Forderungen an einen Factor und erhält dafür sofort liquide Mittel.
Ein Forderungsausfall liegt vor, wenn eine offene Forderung trotz Mahnwesen und Inkasso endgültig nicht mehr eingebracht werden kann.
Die Fremdwährungsgebühr ist ein Aufschlag, den Banken oder Zahlungsdienstleister für die Abwicklung einer Zahlung in einer anderen Währung berechnen.
G
Das Geldwäschegesetz ist die deutsche gesetzliche Grundlage für KYC- und AML-Pflichten von Banken und Zahlungsdienstleistern.
Die Gläubiger-ID ist die von der Bundesbank vergebene, eindeutige Kennung eines Unternehmens für den SEPA-Lastschrifteinzug.
I
Der Issuer ist die kartenausgebende Bank, die dem Karteninhaber die Zahlungskarte bereitstellt und sein Konto belastet.
Interchange ist das Gebührenentgelt, das der Acquirer bei jeder Kartentransaktion an den Issuer zahlt.
Die IBAN ist die international standardisierte Kontonummer, mit der Konten im SEPA-Raum und darüber hinaus eindeutig identifiziert werden.
Instant Payment ist eine SEPA-Überweisung, die innerhalb weniger Sekunden rund um die Uhr beim Empfänger gutgeschrieben wird.
Inkasso bezeichnet die professionelle Beitreibung überfälliger Forderungen durch ein spezialisiertes Unternehmen im Auftrag des Gläubigers.
K
KYC verpflichtet Finanzdienstleister, die Identität ihrer Kunden vor Aufnahme einer Geschäftsbeziehung zu prüfen und zu dokumentieren.
Ein Kontoinformationsdienst darf mit Zustimmung des Kunden gebündelt Kontodaten mehrerer Banken abrufen und darstellen.
Das Kartenlimit ist die maximale Summe, die mit einer Zahlungskarte innerhalb eines festgelegten Zeitraums ausgegeben werden darf.
Das Kontaktlos-Limit ist der Betrag, bis zu dem eine kontaktlose Kartenzahlung ohne PIN-Eingabe möglich ist.
L
Die Limitprüfung stellt sicher, dass eine Transaktion innerhalb der vereinbarten Betrags- oder Häufigkeitsgrenzen eines Kunden oder Händlers bleibt.
M
Die MDR ist der prozentuale Gesamtabschlag, den ein Händler für die Annahme von Kartenzahlungen an seinen Acquirer zahlt.
Die MID ist die eindeutige Händlerkennung, unter der ein Acquirer die Kartentransaktionen eines Geschäfts identifiziert.
Die Mandatsreferenz ist die eindeutige Kennnummer, mit der ein SEPA-Lastschriftmandat einem einzelnen Zahler zugeordnet wird.
Das Mahnwesen umfasst alle Prozesse, mit denen ein Unternehmen überfällige Forderungen systematisch nachverfolgt und einfordert.
Micropayment bezeichnet Zahlungsverfahren für sehr kleine Beträge, bei denen klassische Transaktionskosten unverhältnismäßig hoch wären.
O
Open Banking bezeichnet den regulierten, standardisierten Zugriff Dritter auf Bankkonten mit Zustimmung des Kunden.
Bei der Offline-Autorisierung entscheidet die Karte oder das Terminal ohne Online-Verbindung zur Bank über die Freigabe einer Zahlung.
P
PSD2 ist die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie, die starke Kundenauthentifizierung, Open Banking und den Zugang Dritter zu Konten regelt.
PSD3 ist das von der EU-Kommission vorgeschlagene Nachfolgepaket zu PSD2, das Open Banking, Betrugsschutz und Verbraucherrechte weiterentwickeln soll.
PCI DSS ist der branchenweite Sicherheitsstandard der Kartenorganisationen für die Speicherung, Verarbeitung und Übertragung von Kartendaten.
Ein Payment Gateway ist die technische Schnittstelle, die Zahlungsdaten aus dem Shop verschlüsselt an Acquirer und Zahlungsanbieter weiterleitet.
Payment Orchestration verbindet mehrere Acquirer und Zahlungsanbieter über eine zentrale Plattform, um Routing und Ausfallsicherheit zu optimieren.
Die Pre-Notification ist die vorab erforderliche Ankündigung eines Lastschrifteinzugs an den Zahler vor Fälligkeit.
R
Eine Rücklastschrift, auch Lastschriftrückgabe genannt, ist die Rückbuchung einer SEPA-Lastschrift, meist wegen fehlender Deckung oder eines Widerspruchs.
Risikomanagement im Zahlungsverkehr umfasst alle Maßnahmen, mit denen Zahlungsdienstleister Betrug, Zahlungsausfall und regulatorische Risiken steuern.
R-Transaktionen sind standardisierte Rückmeldungen im SEPA-Lastschriftverfahren, die den Grund einer nicht erfolgreichen Buchung codieren.
S
Die Scheme Fee ist das Entgelt, das Kartenorganisationen wie Visa oder Mastercard für die Nutzung ihres Netzwerks berechnen.
Settlement ist die tatsächliche Verrechnung und Gutschrift des Geldbetrags einer zuvor autorisierten Zahlung.
SEPA ist der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum, in dem Überweisungen und Lastschriften in ganz Europa nach denselben Standards ablaufen.
SCA ist die von PSD2 vorgeschriebene starke Kundenauthentifizierung mit mindestens zwei unabhängigen Sicherheitsfaktoren.
Scoring bewertet eine Transaktion oder einen Kunden anhand von Daten mit einem Risikowert, der die weitere Bearbeitung steuert.
Skonto ist ein prozentualer Preisnachlass, der bei Zahlung deutlich vor dem eigentlichen Zahlungsziel gewährt wird.
T
Tokenisierung ersetzt sensible Kartendaten durch einen bedeutungslosen Platzhalterwert, um sie bei Speicherung und Übertragung zu schützen.
Die Terminal-ID identifiziert ein einzelnes Kartenzahlungsterminal oder einen Online-Zahlungskanal innerhalb der Händlerkennung.
V
Ein Velocity Check erkennt ungewöhnlich viele Transaktionen einer Karte, eines Kontos oder Geräts innerhalb kurzer Zeit als mögliches Betrugssignal.
Die Valutierung, auch Wertstellung genannt, legt fest, ab welchem Tag ein Betrag zinswirksam auf einem Konto geführt wird.
Der Verwendungszweck ist das Freitextfeld einer Überweisung oder Lastschrift, mit dem der Zahlungsgrund angegeben wird.
W
Whitelabel-Payment bezeichnet eine Zahlungslösung, die ein Anbieter unter fremder Marke für Agenturen oder Plattformen bereitstellt.
Wertstellung ist ein anderer Begriff für Valutierung und bezeichnet den zinswirksamen Stichtag einer Kontobewegung.
Die Währungsumrechnung setzt einen Zahlungsbetrag von einer Währung in eine andere um und ist oft mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Z
Das ZAG ist das deutsche Gesetz, das die Zulassung und Aufsicht über Zahlungsdienstleister und E-Geld-Institute regelt.
Ein Zahlungsauslösedienst darf mit Zustimmung des Kunden Überweisungen direkt von dessen Bankkonto anstoßen.
Das Zahlungsziel ist die Frist, innerhalb derer eine Rechnung nach Rechnungsstellung beglichen werden muss.
Das Zahlungsausfallrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass eine geschuldete Zahlung ganz oder teilweise nicht geleistet wird.
Hinweis zu Kosten
Konditionen sind Verhandlungssache und ändern sich. Wir nennen konkrete Beträge nur dort, wo der Anbieter sie öffentlich publiziert, und verlinken die Quelle. Für deine eigene Rechnung nutze die Gebührenrechner.