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zahlungsart.net

Kontoinformationsdienst

Lexikon · Regulierung · Stand: 2026-09-26 · Redaktion

Kurzdefinition

Ein Kontoinformationsdienst darf mit Zustimmung des Kunden gebündelt Kontodaten mehrerer Banken abrufen und darstellen.

Ausführliche Erklärung

Ein Kontoinformationsdienst, im Englischen Account Information Service, ist ein durch PSD2 geschaffener lizenzierter Zahlungsdienst, der mit ausdrücklicher Zustimmung des Kunden Kontoinformationen von einem oder mehreren Zahlungskonten bei unterschiedlichen Banken abrufen und in gebündelter Form darstellen darf. Der Dienst greift dabei nicht selbst in Zahlungen ein, sondern liest lediglich Kontostände, Umsätze und weitere Kontodaten über die standardisierten PSD2-Schnittstellen der jeweiligen Banken aus.
Typische Anwendungsfälle für Kontoinformationsdienste sind Finanz-Apps, die Konten mehrerer Banken in einer einzigen Übersicht zusammenfassen, sogenanntes Multibanking, sowie Budgetierungs- und Haushaltsbuch-Anwendungen, die automatisch Ausgaben kategorisieren. Auch im Bereich der Bonitätsprüfung und des Scorings werden Kontoinformationsdienste zunehmend genutzt, um mit Zustimmung des Kunden echte Kontodaten für eine präzisere Risikoeinschätzung heranzuziehen, etwa beim Rechnungskauf oder bei der Kreditvergabe. Rechtlich dürfen Kontoinformationsdienste ausschließlich lesend auf Kontodaten zugreifen und keine Zahlungen auslösen, wofür stattdessen ein separat lizenzierter Zahlungsauslösedienst zuständig ist.
Für Verbraucher bietet ein Kontoinformationsdienst mehr Transparenz über die eigene finanzielle Situation über mehrere Banken hinweg, setzt aber voraus, dass sie dem jeweiligen Anbieter aktiv den Zugriff auf ihre Kontodaten gestatten.

Beispiel

So sieht das in der Praxis aus

Ein Nutzer hat Girokonten bei zwei verschiedenen Banken und möchte seine gesamten Finanzen in einer App im Blick behalten. Er erteilt einem lizenzierten Kontoinformationsdienst die Zustimmung, beide Konten über die jeweiligen PSD2-Schnittstellen auszulesen. Die App zeigt daraufhin Kontostände und Umsätze beider Banken gebündelt an und kategorisiert automatisch Ausgaben, ohne dass der Nutzer selbst Zahlungen über die App auslösen kann.

Wo dir der Begriff begegnet

  • Open Banking Payment · Open Banking Payment überweist Geld direkt von Konto zu Konto im SEPA-Raum, ohne Kartennetzwerk dazwischen.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: 2026-09-26

Recherche und Pflege: Redaktion Zahlungsart.net. Fehler gefunden? Schreib uns, wir prüfen und korrigieren.