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MDR (Merchant Discount Rate)

Lexikon · Kosten · Stand: 2026-09-26 · Redaktion

Kurzdefinition

Die MDR ist der prozentuale Gesamtabschlag, den ein Händler für die Annahme von Kartenzahlungen an seinen Acquirer zahlt.

Ausführliche Erklärung

Die Merchant Discount Rate, kurz MDR, ist die zusammengefasste Gebühr, die ein Händler für die Annahme einer Kartenzahlung an seinen Acquirer entrichtet. Sie setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: der Interchange, die an den Issuer der verwendeten Karte fließt, der Scheme Fee der Kartenorganisation, sowie der eigenen Marge des Acquirers für Abwicklung, Risikomanagement und Support. Die MDR wird üblicherweise als Prozentsatz des Transaktionsbetrags angegeben, teils ergänzt um eine fixe Centbetrag-Komponente pro Transaktion.
Acquirer bieten unterschiedliche Preismodelle für die MDR an. Beim Blended Pricing zahlt der Händler einen einheitlichen Satz unabhängig von der konkreten Kartenart, was einfach zu kalkulieren, aber bei einem Mix aus günstigen Debitkarten und teureren Firmenkarten intransparent ist. Beim Interchange-Plus-Modell werden Interchange und Scheme Fee eins zu eins durchgereicht und die Acquirer-Marge separat ausgewiesen, was mehr Transparenz bietet, aber schwerer zu vergleichen ist. Die tatsächliche Höhe der MDR variiert je nach Händlerbranche, Umsatzvolumen, Kartenmix und Verhandlungsposition erheblich und lässt sich pauschal nicht beziffern.
Für Händler ist die MDR eine der zentralen Kennzahlen bei der Wahl eines Zahlungsdienstleisters, da sie direkt die Marge auf jede Kartenzahlung beeinflusst. Ein Vergleich verschiedener Angebote lohnt sich besonders bei hohem Transaktionsvolumen, wobei nicht nur der nominale Satz, sondern auch enthaltene Zusatzleistungen wie Chargeback-Management oder Betrugsprävention berücksichtigt werden sollten.

Beispiel

So sieht das in der Praxis aus

Ein Online-Shop verhandelt mit zwei Acquirern. Anbieter A bietet Blended Pricing mit einem einheitlichen Satz, Anbieter B bietet Interchange-Plus mit einem transparenten Aufschlag auf die durchgereichte Interchange. Bei überwiegend günstigen Debitkartenzahlungen fährt der Händler mit dem Interchange-Plus-Modell meist günstiger, bei einem hohen Anteil teurer Firmen- oder ausländischer Karten kann das Blended-Modell planbarer sein. Die endgültige Entscheidung hängt vom tatsächlichen Kartenmix des jeweiligen Shops ab.

Wo dir der Begriff begegnet

  • Kreditkarte allgemein · Kreditkarte allgemein wickelt Zahlungen über ein Kartennetzwerk zwischen Karteninhaber, Händler und Bank ab.
  • Debitkarte · Debitkarte wickelt Zahlungen über ein Kartennetzwerk zwischen Karteninhaber, Händler und Bank ab.
  • girocard · girocard wickelt Zahlungen über ein Kartennetzwerk zwischen Karteninhaber, Händler und Bank ab.
  • Visa · Visa wickelt Zahlungen über ein Kartennetzwerk zwischen Karteninhaber, Händler und Bank ab.
  • Mastercard · Mastercard wickelt Zahlungen über ein Kartennetzwerk zwischen Karteninhaber, Händler und Bank ab.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: 2026-09-26

Recherche und Pflege: Redaktion Zahlungsart.net. Fehler gefunden? Schreib uns, wir prüfen und korrigieren.