Factoring
Was Factoring ausmacht, für wen sich das Verfahren eignet und worauf du achten solltest.
Die Kurzfassung
Factoring verkauft offene Rechnungsforderungen an einen Anbieter, der sofort auszahlt.
- SonstigeKategorie
- aktivStatus
- 2Anbieter im Verzeichnis
- 2Passende Branchen
Der Ablauf im Detail
Factoring ist der Verkauf offener Forderungen aus Rechnungen an einen Factoring-Anbieter, der dem Unternehmen den Rechnungsbetrag abzüglich einer Gebühr sofort auszahlt. Das Unternehmen stellt seinem Kunden weiterhin regulär Rechnung, tritt die Forderung aber gleichzeitig an den Factoring-Anbieter ab, der die Bonität des Rechnungsschuldners prüft und im Erfolgsfall meist innerhalb weniger Tage einen großen Teil des Rechnungsbetrags auszahlt. Der Rechnungsschuldner zahlt zum Fälligkeitstermin direkt an den Factoring-Anbieter, der die Restsumme abzüglich Gebühr und gegebenenfalls Zinsen an das ursprüngliche Unternehmen weiterleitet. Factoring eignet sich vor allem als Ergänzung zu klassischen Zahlverfahren, etwa für Kundengruppen ohne Konto oder Karte, für kleinere Beträge oder für Unternehmen mit dem Wunsch nach schnellerer Liquidität. Der Aufwand liegt vor allem in der organisatorischen Abwicklung und, je nach Verfahren, in Gebühren, die deutlich höher ausfallen können als bei etablierten Standardverfahren wie SEPA-Überweisung oder -Lastschrift. Für die Nutzung braucht es in der Regel kein separates Konto beim Zahlungsempfänger, sondern lediglich die Anbindung an das jeweilige Zahlsystem. Der Bezahlvorgang wird technisch über eine verschlüsselte Verbindung zwischen Händler, Zahlungsdienstleister und der beteiligten Bank abgewickelt. Für Verbraucher bleibt der Ablauf an der Kasse oder im Checkout unabhängig vom technischen Hintergrund meist in wenigen Schritten erledigt.
Was Factoring kostet
Keine belastbare Preisangabe
Was Factoring im Einzelfall kostet, steht in deinem Vertrag und nicht in einer allgemeinen Liste. Uns liegt keine Quelle vor, die wir hier zitieren könnten, deshalb bleibt das Feld leer. Für die eigene Kalkulation hilft der Gebührenrechner weiter.
Argumente dafür
- Sofortige Liquidität statt langer Zahlungsziele
- Ausfallrisiko liegt beim Factoring-Anbieter
- Entlastung im eigenen Mahnwesen
- Bonitätsprüfung des Kunden durch Experten
- Skalierbar mit dem Rechnungsvolumen
- Bilanzverkürzung durch Forderungsverkauf möglich
Nachteile
- Gebühr schmälert den Rechnungsbetrag
- Nicht für jede Branche oder Forderungsart geeignet
- Abhängigkeit von der Bonitätsprüfung des Anbieters
- Kundenbeziehung kann durch externen Einzug beeinflusst werden
- Vertragliche Bindung über längeren Zeitraum üblich
- Nicht jede Forderung wird angekauft
Wie sicher ist Factoring
Factoring ist streng genommen kein eigenes Zahlungsverfahren im Checkout, sondern der Verkauf offener Forderungen eines Unternehmens an einen Factoringanbieter, der die Rechnungen bevorschusst. Die zentrale Unterscheidung liegt zwischen echtem Factoring, bei dem der Factor das Ausfallrisiko des Schuldners übernimmt, und unechtem Factoring, bei dem dieses Risiko beim verkaufenden Unternehmen verbleibt. Rechtsgrundlage ist die Abtretung der Forderung an den Factor, die Schuldner darüber in der Regel informiert werden, damit sie direkt an den Factor statt an den ursprünglichen Gläubiger zahlen. Für den zahlungspflichtigen Kunden ändert sich am eigentlichen Zahlungsweg meist wenig, er zahlt lediglich auf ein anderes Konto. Wichtig für beide Seiten ist eine sauber dokumentierte, eindeutige Abtretungsanzeige, um Verwechslungen bei der Zuordnung von Zahlungen zu vermeiden.
Chargeback und Rücklastschrift
Zahlt der Kunde direkt an den Factor, gelten für die eigentliche Zahlung dieselben Rückbuchungsregeln wie beim gewählten Zahlungsweg selbst, etwa einer Überweisung oder Lastschrift. Bei Streitigkeiten über die zugrunde liegende Lieferung, etwa Mangelrechte oder Skonto, bleibt der ursprüngliche Vertragspartner zuständig, nicht der Factor, auch wenn die Zahlung an ihn geflossen ist. Beim echten Factoring trägt der Factor zwar das Ausfallrisiko bei Zahlungsunfähigkeit des Schuldners, das entbindet den Schuldner aber nicht von berechtigten Einwendungen gegen die Forderung selbst.
Tipp aus der Praxis
Kläre vorab, wer bei einem Streitfall die Beweislast trägt. Das entscheidet, welche Belege du aufbewahren musst.
Für welche Branchen sich Factoring eignet
Diese Einordnung zeigt, in welchen Geschäften Factoring üblich ist und warum.
| Branche | Warum es dort passt |
|---|---|
| Freiberufler | Freiberufler und Selbstständige rechnen überwiegend per Überweisung mit Zahlungsziel ab und ergänzen das um digitale Rechnungstools. |
| Handwerk | Handwerksbetriebe kombinieren mobile Kartenzahlung beim Kunden vor Ort mit klassischem Rechnungsgeschäft und Zahlungszielen. |
Anbieter, die Factoring unterstützen
Im Verzeichnis sind 2 Anbieter erfasst, die Factoring nach eigenen Angaben unterstützen.
RechnungskaufRivertyAus arvato Financial Solutions hervorgegangener Anbieter für Rechnungskauf, Ratenzahlung und Forderungsmanagement der B…
RechnungskaufBillieBerliner Fintech, spezialisiert auf B2B-Rechnungskauf und Zahlungsziele für Geschäftskunden im Onlinehandel und auf Mar… Häufige Fragen
Läuft Factoring über eine eigene App oder über den Browser?
Die technische Grundlage von Factoring stellt üblicherweise der jeweilige Zahlungsdienstleister bereit. Wie aufwendig die Einbindung wird, zeigt sich meist schon beim ersten Blick in die Anleitung. Eine klare interne Dokumentation der eigenen Einrichtung erleichtert später jede Fehlersuche bei Factoring. Bei Unsicherheit hilft meist der direkte Support des jeweiligen Zahlungsdienstleisters weiter. Wer regelmäßig nachfragt, statt einmalig zu entscheiden, bleibt bei solchen Themen meist besser informiert.
Gibt es bei Factoring eine sinnvolle Untergrenze für den Betrag?
Der Sonstige-Ablauf von Factoring unterscheidet sich bei kleinen Beträgen nicht vom Ablauf bei größeren Summen. Ein zusätzlicher Login oder eine zusätzliche App kann bei kleinen Beträgen abschreckender wirken als bei Factoring eigentlich nötig wäre. Auch die Darstellung von Factoring im Checkout kann beeinflussen, ob Kunden das Verfahren für kleine Beträge wählen. Im Einzelfall zeigen die eigenen Kundendaten am ehesten, welche Zahlart bei kleinen Beträgen tatsächlich bevorzugt wird.
Erfolgt die Gutschrift bei Factoring sofort oder erst später?
Factoring zeigt dem Kunden meist eine sofortige Bestätigung, die eigentliche Verbuchung beim Händler kann trotzdem etwas später erfolgen. Für den Kunden zählt bei Factoring vor allem die sofortige Bestätigung, während die Buchhaltung im Hintergrund noch etwas Zeit braucht. Wochenenden und Feiertage können die Dauer bei Factoring zusätzlich verlängern, weil dann weniger Bankarbeitstage zählen. Pauschale Zeitangaben sind bei Factoring deshalb mit Vorsicht zu geniessen.
Wie ist die Haftung bei Factoring im Missbrauchsfall geregelt?
Factoring unterliegt den allgemeinen Regeln zum Zahlungsverkehr, die bei unautorisierten Vorgängen im Regelfall zu deinen Gunsten wirken. Wie die Haftung im Detail verteilt wird, hängt stark von den Vertragsbedingungen des jeweiligen Kontos ab. Auffällige Kontobewegungen im Zusammenhang mit Factoring solltest du möglichst zeitnah bei deiner Bank melden. Im Zweifel lohnt sich der direkte Blick in die eigenen Kontobedingungen. Ein realistischer Blick auf die eigenen Ressourcen gehört bei solchen Abwägungen immer dazu.
An wen wende ich mich bei Problemen mit Factoring?
Führt der Kontakt zum Händler bei Factoring nicht weiter, kommt als nächstes die eigene Bank oder der Zahlungsdienstleister ins Spiel. Bank oder Zahlungsdienstleister können den Vorgang anhand der hinterlegten Daten meist gut nachvollziehen. Wer den Verwendungszweck bei Factoring klar formuliert, kann Zahlungen im Streitfall leichter zuordnen. Am Ende hilft oft schon eine klare, freundliche Nachfrage beim Händler weiter. Erfahrungsgemäß zeigen sich echte Vor- und Nachteile erst nach mehreren Wochen im praktischen Betrieb.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: 2026-09-26
Recherche und Pflege: Redaktion Zahlungsart.net. Fehler gefunden? Schreib uns, wir prüfen und korrigieren.